Ohrakupunktur

Ohrakupunktur – Kleine Nadeln mit großer Wirkung

Geschichte der Ohrakupunktur

Die Geschichte der Ohrakupunktur hat schon vor mehr als 2000 Jahren bei Hippokrates seinen Anfang genommen. Auch im alten Ägypten und China wurde diese Therapieform praktiziert, bevor sie lange in Vergessenheit geriet.
Erst in den fünfziger Jahren wurde die Ohrakupunktur durch den französischen Chirurgen Dr. Paul Nogier wiederentdeckt:
Einige seiner Patienten hatten Narben im Bereich des Ohres. Aufgrund von Ischiasschmerzen waren sie mit glühenden Nadeln behandelt worden – und das erfolgreich!

Durch diese Erkenntnis wurden weitere Zonen des Ohres untersucht und festgestellt, dass sich der gesamte Mensch mit all seinen Organen und Aspekten im Ohr abbilden lässt.

Erklärungsmodell der Ohrakupunktur

Das Ohr entwickelt sich während der Embryonalphase aus dem Ohrbläschen – einer Ausstülpung des Gehirnes. Es besteht somit eine enge Beziehung zwischen Ohrmuschel und Gehirn. In der Ohrmuschel bilden sich die Reflexzonen der Körperorgane und der Psyche ab. Daher führt ein externer Reiz (Akupunktur-Nadel) auf eine bestimmte Region des Ohres zu einer entsprechenden Reizantwort (z. B. Schmerzlinderung).
Aufgrund dieser engen Beziehung zum Gehirn mit rascher Signalweiterleitung erzielt die Ohrakupunktur sehr schnell ihre Wirkung.

Ablauf der Ohrakupunktur

Die Behandlung wird üblicherweise im Sitzen durchgeführt, kann aber auch im Liegen erfolgen.
Das Setzen der Nadeln richtet sich nach dem jeweiligen Beschwerdebild des Patienten. Das Konzept wird immer individuell erstellt. Ein ausführliches Vorgespräch ist daher vor der ersten Behandlung immer erforderlich. Meist reichen 5 Nadeln pro Behandlung aus, die für 20-30 Minuten im Ohr verbleiben. In dieser Zeit soll der Patient ruhen.

Eine Alternative zu den Nadeln bieten japanische Goldkügelchen (kleine, mit echtem Gold ummantelte Kugeln). Diese werden auf die entsprechenden Punkte im Ohr geklebt (siehe Foto) und können bis zu 5 Tage dort verbleiben. Die Akupunkturpunkte werden hierdurch stimuliert ohne die Haut zu verletzen. Damit eignen sich die Goldkügelchen nicht nur als Ersatz für Dauernadeln, sondern auch für empfindlichere Patienten oder bei Einnahme von Antikoagulanzien (Blutverdünnern).
Auch bei Kindern haben sich die Goldkügelchen bewährt.

Bei manchen Erkrankungen ist es sinnvoll, zunächst die klassische Akupunktur an dem einen Ohr durchzuführen und nach der Ruhezeit an dem anderen Ohr ergänzend die Goldkügelchen zu setzen.

Innerhalb von 3-5 Sitzungen zeigt sich, wie die Ohrakupunktur bei Ihnen und Ihren Beschwerden wirkt. Meistens sind 8-12 Sitzungen erforderlich, die wöchentlich erfolgen.

Einsatzgebiete

Die Ohrakupunktur wirkt nachweislich schmerzlindernd, entspannend und regulierend. Sie bietet damit für viele Symptome und Erkrankungen eine nebenwirkungsarme Behandlung.

Der Einsatz der Ohrakupunktur hat sich u. a. bei folgenden Erkrankungen bewährt:

Erkrankungen der Wirbelsäule / Gelenke (z. B. Arthrose, Hexenschuss, Nervenreizungen)
Chronische Schmerzen
Kopfschmerzen / Migräne
Schwindel
Tinnitus
Depressionen
Heuschnupfen
Allergien
Neurodermitis
Bluthochdruck
Reizdarm
Menstruationsbeschwerden
Klimakterische Beschwerden